Jan 8
Erfolgsfaktor Motivation: Wie Führungskräfte das Beste aus ihren Teams herausholen
Ein Artikel von Evita Schliemann
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„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen.
Sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
– Antoine de Saint-Exupéry –
Im Zitat von Antoine de Saint-Exupéry ist die Sehnsucht nach dem Meer der (alleinige) Antrieb für ein großes Projekt. Blicken wir nun auf die Arbeit, stellt sich die Frage: Was treibt uns und unsere Mitarbeiter:innen im beruflichen Alltag an? Was kann motivieren und ähnlich wirken wie das Meer?
Motivation ist ein innerer Zustand, der das Verhalten einer Person antreibt, lenkt und aufrechterhält. Es ist die Kraft, die uns dazu antreibt, bestimmte Ziele zu verfolgen, Anstrengungen zu unternehmen und unser Bestes zu geben. Sie unterstützt uns außerdem dabei, Vorhaben wie eine Fortbildung zu machen oder gesünder zu leben, in Angriff zu nehmen.
Grundsätzlich kann Motivation in zwei Arten unterschieden werden: die intrinsische Motivation und die extrinsische Motivation: Intrinsische Motivation kommt von einem Menschen selbst, sie wird von inneren Bedürfnissen, Interessen und Werten angetrieben. Diese Art von Motivation kommt von innen und bedarf keiner externen Faktoren, wie etwa Belohnungen. Sie entsteht zum Beispiel durch Tätigkeiten, die wir gerne durchführen und die Spaß machen, oder durch Tätigkeiten, die gerade so herausfordernd sind, dass wir diese Herausforderung mit Freude annehmen. Motivation ist dabei ein dynamischer Prozess, der auch von individuellen Faktoren, wie Persönlichkeit und Zielen beeinflusst wird.
Bei der extrinsischen Motivation wird eine Person durch äußere Faktoren, die auf sie einwirken, angetrieben. Dazu zählen insbesondere materielle Anreize wie zum Beispiel Gehaltserhöhungen, Prämien- und Bonuszahlungen oder auch Statussymbole, Anerkennung und Arbeitsbedingungen. Eine Tätigkeit wird deshalb ausgeführt, um entweder positive Folgen zu erhalten oder negative Nachwirkungen zu vermeiden. Das bedeutet, dass in diesem Fall die Folgen wichtiger sind, als die eigentliche Erledigung einer Tätigkeit.
Vor- und Nachteile intrinsischer und extrinsischer Motivation
Ein großer Vorteil der intrinsischen Motivation ist, dass sie sehr lange anhält und nicht von kurzfristigen Impulsen von außen abhängig ist. Ist eine Person von sich aus motiviert, so kann man davon ausgehen, dass sie sich intensiv und lange mit Aufgaben beschäftigt und anstrebt, immer besser zu werden. Im Kita-Alltag kann eine pädagogische Fachkraft beispielsweise allein schon dadurch intrinsisch motiviert sein, weil sie einen großen Sinn in ihrer Arbeit sieht.
Nachteilig ist, dass wir von außen keine intrinsische Motivation, wie beispielsweise mit einer Gehaltserhöhung, erzeugen können. Wir können als Führungskräfte allerdings die besten Rahmenbedingungen schaffen, damit Mitarbeitende von sich aus motiviert sind.
Vorteilhaft bei der extrinsischen Motivation ist, dass sie relativ leicht durchzuführen ist. Wir müssen allerdings wissen, was die Mitarbeitenden motiviert. Ist es beispielsweise eher eine Gehaltserhöhung, eine Fortbildung oder ein gutes Klima im Team? Eine pädagogische Fachkraft kann durch ein Team, in dem er oder sie sich sehr wohlfühlt, so extrinsisch motiviert sein, dass er oder sie sich am Sonntagabend schon auf die Arbeit am Montag freut.
Ein Nachteil ist, dass sich durch extrinsische Motivation die innere Einstellung einer Person verändern kann. Das kann dazu führen, dass Mitarbeitende versuchen, so viele Belohnungen wie möglich zu erhalten, ohne daran zu denken, die eigene Tätigkeit so sinnvoll und gut wie möglich zu erledigen.
Darüber hinaus gibt es viele weitere Faktoren, die uns daran hindern, motiviert zu arbeiten. Dazu zählen zum Beispiel Überforderung bei der Erledigung einer Aufgabe, Zeitmangel, unklare Aufgabenverteilung, fehlende Informationen und Abstimmungen, Konflikte im Team und fehlende Wertschätzung der Leistungen.
Was trägt zur Motivation der Mitarbeitenden und damit zum Erfolg bei?
Die Motivation von Mitarbeitenden ist ein entscheidender Faktor für eine gute Erziehungs- und Bildungsarbeit in Kindertagesstätten. Motivierte Mitarbeitende zeigen mehr Einsatz, bringen mehr und bessere Leistungen, sind kreativer und produktiver. Darüber hinaus sind sie seltener krank und fehlen damit weniger häufig. Sie identifizieren sich mit den Zielen der Einrichtung und sind bereit, sich für deren Erreichung einzusetzen.
Eine hohe Motivation trägt zu einer positiven Arbeitsatmosphäre bei und erhöht die Leistungsbereitschaft und Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Motivation von Mitarbeitenden dabei sehr entscheidend. Ein wichtiger Punkt ist die Möglichkeit zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Mitarbeitende haben den Wunsch, sich weiterzuentwickeln, neue Fähigkeiten und Kenntnisse zu erlernen sowie beruflich voranzukommen. Wenn Sie sehen, dass Ihnen diese Möglichkeit in Ihrer Einrichtung geboten wird, sind Mitarbeitende oftmals motivierter und engagierter bei ihrer täglichen Arbeit.
Anerkennung und Wertschätzung der Leistung spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Motivation von Mitarbeitenden. Wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Arbeit gesehen und geschätzt wird, sind sie motiviert und bereit, ihr Bestes zu geben. Regelmäßige Anerkennung guter Leistungen, Lob und Belohnungen für gute Arbeit in der Einrichtung sind daher wichtige Instrumente, um die Motivation jedes Einzelnen zu fördern.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Motivation von Mitarbeitenden beeinflusst, ist das Arbeitsklima. Mitarbeitende, die sich wohl und gut aufgehoben fühlen, sind motivierter und arbeiten besser zusammen. Ein positives Arbeitsklima, das sich dadurch auszeichnet, dass Konflikte frühzeitig gelöst werden und Teamarbeit gefördert wird, trägt ebenfalls zur Motivation bei. Auch das Arbeitsumfeld spielt eine Rolle bei der Motivation von Mitarbeitenden. Eine gute Ausstattung mit Arbeitsmitteln und -materialien und eine angenehme Arbeitsumgebung sorgen dafür, dass Mitarbeitende ihre Aufgaben besser und motivierter erledigen.
Bei der Förderung der Motivation von Mitarbeitenden trägt die Führungskraft eine große Verantwortung. Dafür hat sie verschiedene Instrumente, die sie einsetzen kann. Dazu zählen regelmäßig durchgeführte Mitarbeitergespräche, die Raum geben, um über individuelle Ziele, Entwicklungsmöglichkeiten, Herausforderungen und Probleme zu sprechen. Ein offener und vertrauensvoller Austausch hilft den Mitarbeitenden, eigene Lösungen zu finden, was sich ebenfalls positiv auf die Motivation auswirken kann.
Eine gute Zusammenarbeit ist ebenfalls ein wichtiges Instrument, um die Motivation von Mitarbeitenden zu fördern. Im Rahmen von gemeinsamen Projekten und Aufgaben, zum Beispiel der Organisation eines zirkuspädagogischen Projektes können sich Mitarbeitende besser kennenlernen, sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Darüber hinaus fördern regelmäßig stattfindende Teamveranstaltungen wie Sommerfeste oder Teamtage das Wir-Gefühl.
Als Führungskraft ist es wichtig, individuell auf jede Person im Team einzugehen. Jeder Mitarbeitende ist unterschiedlich motiviert und hat verschiedene Bedürfnisse und Motive. Jeder möchte als Individuum wahrgenommen und behandelt werden. Daher ist es die Aufgabe der Führungskraft, die Mitarbeitenden zu verstehen, ihre individuellen Motivationsfaktoren und Antreiber zu erkennen und zu berücksichtigen.
Wie kann ich mich selbst motivieren?
Selbstmotivation ist die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren und die innere Energie und den Antrieb zu finden, um Ziele zu verfolgen und Herausforderungen anzugehen, auch dann, wenn äußere Einflüsse fehlen oder sogar demotivierend wirken. Damit ist sie ein wichtiger Faktor für unsere Zufriedenheit und unseren persönlichen Erfolg. Die Selbstmotivation ermöglicht uns außerdem, uns eigene Ziele zu setzen und zu verfolgen, anstatt auf äußere Belohnungen oder Anreize angewiesen zu sein. Wir sind damit unabhängig von äußeren Einflüssen.
Die eigene Selbstmotivation hilft uns zusätzlich dabei, unsere eigenen Werte und Leidenschaften zu erkennen und uns auf das zu fokussieren, was uns wirklich wichtig ist, uns antreibt und erfüllt. Auch hier gibt es verschiedene Faktoren, die unsere Selbstmotivation beeinflussen. Zuerst ist es wichtig, eine klare Vision oder ein Ziel vor Augen zu haben. Wenn uns bewusst ist, was wir erreichen wollen und warum es uns wichtig ist, stärken wir unsere Motivation, was uns wiederum hilft, das Ziel zu erreichen. Hierbei kann es uns unterstützen, das große Ziel in kleine, realistische Schritte zu unterteilen, um den Fortschritt zu verfolgen. Beim Erreichen der einzelnen Meilensteine können wir uns selbst eine kleine Belohnung gönnen und uns feiern - geschafft! Dies hilft uns, unsere Motivation aufrechtzuerhalten und uns auf den Fortschritt und nicht nur auf das finale Ziel zu konzentrieren. Dabei kann es eine Unterstützung sein, sich Ziele schriftlich festzuhalten oder Visualisierungstechniken zu nutzen, um sich vorzustellen, wie es sich anfühlt, das Ziel zu erreichen.
Ein weiterer Faktor sind die Selbstreflexion und das Bewusstsein über unsere eigenen Stärken und Schwächen. Wenn wir uns unsere Fähigkeiten, Fertigkeiten und Potenziale bewusst machen und uns auf unsere Stärken konzentrieren, können wir unsere Motivation steigern. Die Selbstmotivation wird auch durch die Entwicklung einer positiven Haltung und eines optimistischen Mindsets gefördert. Indem wir uns auf das Positive konzentrieren und Hindernisse als Herausforderungen betrachten, können wir unsere Motivation kultivieren und auch dann aufrechterhalten, wenn es Rückschläge oder Schwierigkeiten gibt. Hier kann ich als Führungskraft auch als Vorbild dienen.
Ein unterstützendes Umfeld kann sich ebenfalls positiv auf die Selbstmotivation auswirken. Indem wir uns mit positiven und motivierten Menschen umgeben, können wir uns gegenseitig inspirieren. Gleichzeitig ist es wichtig, sich von negativen Einflüssen fernzuhalten, die unsere Motivation beeinträchtigen könnten. Auch die Selbstfürsorge spielt bei der Selbstmotivation eine wichtige Rolle. Wenn wir auf unsere körperliche und geistige Gesundheit achten, ausreichend schlafen, uns ausgewogen ernähren und regelmäßig bewegen, können wir unsere Energie und Motivation steigern. Dies ist im stressigen (Arbeits-)Alltag sicher nicht immer einfach umzusetzen, trotzdem sollten wir diese Dinge nicht aus den Augen verlieren und immer wieder priorisieren – für die eigene Motivation und Gesundheit.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Motivation von Mitarbeiter:innen ein entscheidender Erfolgsfaktor und ein wichtiges Führungsinstrument in der pädagogischen Arbeit ist, die zu einem produktiven Arbeitsklima führt. Um Mitarbeitende zu motivieren, braucht es also gar nicht die Sehnsucht nach dem Meer. Worte der Anerkennung und des Lobes, ein gut ausgestatteter Kita-Raum oder ein Angebot zur Weiterbildung können in der täglichen Arbeit schon einen positiven Unterschied machen.
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Zur Person
Evita Schliemann ist studierte Diplom-Kauffrau und arbeitet selbständig als Trainerin und Coach. Die Schwerpunkte ihrer Seminare liegen auf den Themen Kommunikation und Feedback, Mitarbeiterführung, Teamentwicklung sowie Zeit-, Selbst- und Stressmanagement.
Evita Schliemann ist studierte Diplom-Kauffrau und arbeitet selbständig als Trainerin und Coach. Die Schwerpunkte ihrer Seminare liegen auf den Themen Kommunikation und Feedback, Mitarbeiterführung, Teamentwicklung sowie Zeit-, Selbst- und Stressmanagement.
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